Die Geschichte der Weinbrennerei Dujardin


Man schreibt das Jahr 1810

Napoleon Bonaparte ist auf dem Gipfel seiner Macht. Er hält das linksrheinische Gebiet besetzt. Die Zollschranken fallen, Handel, Gewerbe und Industrie hoffen auf bessere Zeiten. Auf der "Mairie", der Bürgermeisterei von Uerdingen, lässt sich der patentyrte Distillateur Henry Melcher seine Firmen- und Handelsrechte durch die Eintragung in das neu eingeführte Handelsregister sichern. Der unermüdliche Fleiss Henry Melchers wird belohnt. Der Betrieb wächst und seine Söhne übernehmen in der folgenden Generation den Betrieb.


Deutschland entdeckt die Charante

Nach 1870 werden französische Weinbrand-erzeugnisse in Deutschland bekannter. Der gebrannte Wein aus den Destillerien des Städtchens Cognac findet seinen Weg auch nach Uerdingen. Die Gebr. Melcher lernen die Familie Dujardin auf Chateau Merigots in der Charante kennen und kaufen von da an einen grossen Teil ihrer Weine aus den berühmten Weinbaugebieten Frankreichs. Aus reiner Wirtschaftsbeziehung entsteht bald Freundschaft und beide Familien gründen die Dujardin & Co vorm. Gebr. Melcher.


Die neue Brennerei

Nach dem Tod von A. Dujardin scheidet seine Familie aus dem Unternehmen aus. Der Name aber bleibt. Dujardin kann die Nachfrage nicht mehr befriedigen und die alte Brennerei muss vergrössert werden. Auf dem Bauland an der heutigen Dujardinstrasse entsteht eine Grossanlage mit Bahnanschluss und direkter Verbindung zum Rhein.


Der Wiederaufbau

Die intensiven Entwicklungsarbeiten in den 30er Jahren versinken zum Ende des 2. Weltkrieges unter Brandbomben in Schutt und Asche. Durch rechtzeitige Verlagerung alter Destillate und durch Glück im Unglück kann der Betrieb zunächst wieder behelfsmässig aufgenommen werden. Die Dujardin-Erzeugnisse haben nichts von ihrer Güte eingebüsst. Der Name Dujardin gewinnt seinen alten Klang zurück.


Die 50er und 60er Jahre

Ein eigenes Seeschiff - die M.S. Imperial - läuft vom Stapel. Auf dem Wasserweg über Rotterdam verbindet sie Uerdingen mit den Weinhäfen Frankreichs. Die Lagerkapazitäten an der Hohenbudberger Strasse werden verdreifacht und eine hochmoderne Verladestation wird gebaut. Der Betrieb beschäftigt 450 Mitarbeiter in Produktion und Vertrieb.


Die Weinbrennerei als Zentrum für Kunst und Erlebnis

Im Laufe der 70er Jahre ändert sich das Konsumverhalten der Verbraucher und die Nachfrage nach Spirituosen sinkt kontinuierlich. 1983 fusioniert Dujardin mit der Firma Racke und verlegt Vertrieb, Verwaltungen und Abfüllung nach Bingen. In 2006 schliesslich übernimmt die Firma Schwarze & Schlichte in Oelde den Vertrieb der Marken Dujardin Imperial, Uerdinger und Melcher's Rat. Die Gebäude der Weinbrennerei Dujardin und die Markenrechte bleiben im Besitz der Familie Melcher, die es sich zum Ziel gemacht hat, eine besondere Umgebung für Kunst und kreatives Gewerbe zu schaffen. Die Weinbrennerei hat Ihre Pforten für jedermann geöffnet und lädt zum Rundgang durch die Produktionsanlagen und zum Verweilen im Biergarten im denkmalwürdigen Innenhof.